E. F. Benson

Edward Frederic Benson, meist E. F. Benson genannt, wurde 1867 in England geboren. Sein Vater, Edward White Benson, war Geistlicher und wurde später Erzbischof von Canterbury; die Familie bewegte sich damit in einer Welt, deren gesellschaftliche Regeln und Rangordnungen Benson aufmerksam beobachtete. Er studierte in Cambridge klassische Altertumswissenschaften. Mit Dodo, einem scharf gezeichneten Porträt der Londoner Gesellschaft, gelang ihm früh ein viel beachteter Erfolg. Benson schrieb anschließend über Jahrzehnte hinweg Romane, Erinnerungen, Lebensbeschreibungen und unheimliche Erzählungen. Sein Werk steht in der Tradition der englischen Gesellschaftssatire, nimmt aber auch die privaten Eitelkeiten und Ängste des Alltags ernst.

Besonders bekannt ist Benson heute für die Bücher um Lucia und Elizabeth Mapp: In Queen Lucia, Miss Mapp und Lucia in London liefern sich die Figuren mit höflicher Beharrlichkeit kleine Kämpfe um Ansehen, Einladungen und Einfluss. Benson beobachtet ihre Manöver mit trockenem Humor und präzisem Gespür für Dialog und soziale Nuancen; der Witz entsteht oft aus dem Abstand zwischen kultiviertem Auftreten und ziemlich gewöhnlicher Selbstsucht. Eine andere Seite seines Schreibens zeigen The Room in the Tower und The Bus-Conductor, in denen vertraute Situationen ins Unheimliche kippen. Wer Benson hier entdeckt, findet neben den Gesellschaftsszenen auch eine vielseitige Stimme, die Komik und Beklemmung gleichermaßen beherrscht.

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