grimm
Hinter dem Namen Grimm stehen meist die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm, die gemeinsam zu den prägenden Sammlern und Erklärern deutscher Sprache und Überlieferung wurden. Jacob, 1785 geboren, und Wilhelm, 1786 geboren, wuchsen in Hanau auf und arbeiteten später unter anderem in Kassel und Göttingen. Sie gehörten einer Generation an, die sich für Volksüberlieferung, Geschichte und die Entwicklung der Sprache interessierte. Beim Sammeln mündlich erzählter Geschichten ging es ihnen nicht nur um Unterhaltung: Sie wollten Zeugnisse gemeinsamer kultureller Erinnerung bewahren. Zugleich waren beide Gelehrte, deren sprachwissenschaftliche Arbeit weit über die Märchen hinausreichte. Ihr großes Wörterbuchprojekt blieb unvollendet, wurde aber von späteren Forschenden weitergeführt.
Am bekanntesten sind die Kinder- und Hausmärchen; daneben geben die Deutschen Sagen und das Deutsche Wörterbuch Einblick in die Breite ihres Schaffens. Die Märchensammlung verbindet Erzählstoffe, die lange mündlich weitergegeben worden waren, mit einer schriftlichen Fassung, die Wilhelm Grimm im Lauf der Bearbeitungen zunehmend gestaltete. Wiederkehrend sind Prüfungen, Gefahr, List und die Frage, wie Menschen sich in einer unsicheren Welt behaupten. Die Sprache wirkt oft knapp und anschaulich; formelhafte Wendungen und wiederkehrende Muster machen die Geschichten zugleich einprägsam und gut hörbar. Dass einzelne Märchen in vielen Ländern bekannt wurden, verdankt sich auch ihrer Weitergabe in Übersetzungen und neuen Bearbeitungen. Wer die Grimms bisher nur aus einzelnen vertrauten Geschichten kennt, kann in der App entdecken, wie vielfältig diese Sammlung und ihr sprachlicher Hintergrund sind.
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